Neuer Administrator in der SE Mittleres Kochertal

Pfarrer Dr. Angelo Unegbu eingesetzt

Pfr. Dr. Angelo Unegbu, Foto: Privat

Feier zur schönsten Zeit im Kirchenjahr

Ein volles Gotteshaus verzeichnet die Heilig-Kreuz-Kirche am Pfingstsonntag, der nicht nur im Zeichen des drittgrößten Festes des Kirchenjahrs steht. Anlässlich des Pfingstgottesdienstes am frühen Nachmittag wird auch der neue Administrator der Seelsorgeeinheit Mittleres Kochertal, Dr. Angelo Chidi Unegbu, eingesetzt. Aus diesem Anlass begleiten der gemischte Chor des Liederkranzes Eberstal, die Musikgruppe Ingelfingen sowie eine Tanzgruppe aus Forchtenberg die Feier. Ebenso sind zahlreiche Priester aus anderen Seelsorgeeinheiten präsent.

Schon seit dem Spätsommer im Kochertal tätig

In seiner Begrüßungsansprache an die Kirchenbesucher drückt Ingo Kuhbach, Leiter des Dekanats Hohenlohe, seine Freude darüber aus, dass das mittlere Kochertal wieder einen Pfarrer hat. Mit einem kurzen Lebenslauf stellt der Dekan den Geistlichen, der schon seit dem Spätsommer des vergangenen Jahres im Kochertal-als Pfarrer tätig ist, vor: Geboren 1974 in der drittgrößten Stadt Nigerias, Okigwe, besuchte Unegbu das dortige Knabenseminar im St. Peter’s Seminary, wo er auch im Alter von 21 Jahren das Propädeutikum absolvierte. Zunächst studierte Unegbu Philosophie, gefolgt von einem Theologiestudium. Die Priesterweihe erhielt Unegbu Ende 2003.
Nach Stationen als Pfarrvikar sowie als leitender Pfarrer in zwei Gemeinden in Nigeria erwarb der Geistliche den Magisterabschluss im belgischen Leuven. Dort absolvierte er ebenso sein Lizentiat, um im Anschluss am Tübinger Lehrstuhl für Mittlere und Neuere Kirchengeschichte über das Thema „Die Ausbildung der katholischen Priester in Süd-Ost-Nigeria: eine historische Bewertung“ zu promovieren. 2018 wurde dem Geistlichen die Doktorwürde verliehen. Als Priester war Unegbu als Vertretung in zahlreichen Seelsorgeeinheiten Süddeutschlands sowie im englischen Liverpool tätig, bevor er fünf Jahre lang als Pfarrer für die Diözese Rottenburg-Stuttgart im Dekanat Friedrichshafen in der Seelsorgeeinheit Argentai wirkte.
Anlässlich der Investitur verliest Dekan Kuhbach Unegbus Ernennungsschreiben aus den Händen des Bischofs der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Klaus Krämer. Im Ernennungsbrief verleiht der Ordinarius dem künftigen Administrator der katholischen Hauptgemeinden Ingelfingen, Eberstal, Diebach und Weldingsfelden alle zum Amt, gehörenden Vollmachten. Als der Dekan Pfarrer Unegbu fragt, ob er bereit sei, die im Ernennungsschreiben beschriebenen Aufgaben zu übernehmen und der 51-Jährige die Frage bejaht, wird begeistert ap­plaudiert.
In der anschließenden Wort- Gottes-Feier stimmt der frisch Eingesetzte den aus Indien stammen­den Hymnus „I have decided to follow Jesus“ an und wendet sich mit persönlichen Worten an die Besucher. Er erzählt, wie er schon als Siebenjähriger den Wunsch verspürt habe, Priester zu werden, und wie der Ruf Gottes ihn jetzt in die Seelsorgeeinheit Mittleres Kochertal geführt habe.

Das Pfingstfest als gemeinsamer Anfangspunkt

Warum er das heute hier erzähle? „Meine Geschichte wäre ohne Pfingsten nicht möglich gewesen“, betont er. Ohne Pfingsten wäre die Mission nie bis nach Nigeria gelangt.
„Das Pfingstfest ist unser gemeinsamer Anfang – und der schönste Zeitpunkt für eine Einsetzung“, sagt der Geistliche mit doppelter Staatsbürgerschaft.
Nach der Heiligen Kommunion freut sich der frisch eingesetzte Administrator über den Beitrag der Tanzgruppe: „Gott ist gut“ lautet die Botschaft des Liedes, zu welchem die Frauen tanzen. 
Das Besondere daran? Das Lied erklingt in Unegbus Muttersprache Igbo.

Renate Väisänen, www.stimme.de