Freude am gemeinsamen Gespräch und Gebet

Johannes Kurschatke wird zum Diakon geweiht – Nach Ausbildung in St. Joseph ab Mitte Juni Dienst in der Seelsorgeeinheit

Foto: Regina Koppenhöfer

Johannes Kurschatke wurde am Pfingstsamstag im Münster Zwiefalten zum Ständigen Diakon geweiht. Ab Mitte Juni wird er in der Seelsorgeeinheit Öhringen-Neuenstein als Diakon tätig sein.

Ein großes Ereignis wirft seine Schatten voraus: Am Samstag, 21.05.2021 wird Johannes Kurschatke im Münster Zwiefalten zusammen mit vier anderen Männern zum Ständigen Diakon geweiht. Der Katholik hat in der Kirchengemeinde St. Joseph in Öhringen dafür gerade eine mehrjährige Ausbildung absolviert.

Für den verheirateten, vierfachen Familienvater bedeutet das, dass er künftig beruflich gleich doppelt im Einsatz sein wird – in seinem Beruf als Diplomverwaltungswirt bei der kirchlichen Verwaltung der Diözese Rottenburg-Stuttgart und auch noch als Diakon im Zivilberuf. Nach seiner Weihe wird der 59-Jährige den Menschen hier auch in Zukunft treu bleiben: Er wird Diakon in der Seelsorgeeinheit Öhringen-Neuenstein sein. Am 13. Juni wird Johannes Kurschatke im Rahmen der Sonntagsgottesdienste in Öhringen und Neuenstein offiziell in sein Amt eingeführt.

Es ist etwa zehn Jahre her, da bekommt Johannes Kurschatke eine Broschüre über Berufe in der Kirche in die Finger. Auch über den Beruf des ständigen Diakons wird in dem Heftchen informiert. „Das war der Punkt, an dem es mich nicht mehr losließ“, erinnert sich der 59-Jährige, der in Wüstenrot-Neuhütten wohnt, noch heute gut an dieses Erlebnis. „Ich spürte, da ist etwas. Da will etwas zum Brennen kommen.“

Bis letztlich die endgültige Entscheidung fällt, Diakon zu werden, vergehen noch ein paar Jahre. Nicht nur in dieser Zeit hat der Verwaltungsfachmann aber seinen Glauben schon aktiv und mit Freude gelebt. Kurschatke, der seit 33 Jahren hauptberuflich in der kirchlichen Verwaltung der Diözese Rottenburg-Stuttgart arbeitet, engagierte sich in seiner Freizeit nämlich bereits auf vielfältige Weise im kirchlichen Ehrenamt. In seiner Heimatkirchengemeinde St. Johann Baptist in Affaltrach war er Lektor, Kommunionhelfer, Leiter von Wort-Gottes-Feiern. Er war auch Kantor und Mitglied in der Schola und engagierte sich im Besuchsdienst in Seniorenheimen.

Abwechslungsreich war sein langjähriges ehrenamtliches Engagement. Dazu passte die vielfältige, mehrjährige Ausbildung in St. Joseph sehr gut. Tauf- und Ehevorbereitung und Trauergespräche waren Teil der Qualifizierung ebenso wie das Vorbereiten und Halten von Wort-Gottes-Feiern oder auch die Kommunionhelferdienste. Sein besonderes Augenmerk richtete Johannes Kurschatke schon immer gern auf die Kranken und Alten. Es überrascht denn auch nicht, dass er sich darum bemühte, im Rahmen seiner Ausbildung einen neuen Besuchsdienst auf die Beine zu stellen. In Zeiten einer Pandemie, so musste er aber erfahren, war es jedoch nicht einfach, Ehrenamtliche für diesen Dienst zu gewinnen.

Doch der Diakon in spe gibt nicht auf: Er will abwarten und vertraut darauf, dass die Situation sich entspannt. Und er hofft, dass dann auch der Besuchsdienst mehr Fahrt aufnehmen wird. Denn sein Engagement für die Älteren ist dem neuen Diakon sehr wichtig. Kurschatke, der in seiner Freizeit ein begeisterter Radfahrer und Pilgerwanderer ist, erklärt warum: „Man erlebt dabei richtige, tiefe Zufriedenheit bei den Senioren. Und auch Dankbarkeit. Die Menschen freuen sich so sehr, wenn man zu ihnen kommt und mit ihnen spricht und betet. Und ich selber gehe oft auch als Beschenkter heim.“

 

Regina Koppenhöfer, Hohenloher Zeitung, 21.05.21, www.stimme.de