Für mehr Frauenrechte in der katholischen Kirche

Barbara Köppen ist einzige Hohenloher Kandidatin für den Diözesanrat - Wahl beginnt heute und dauert bis 8 Januar

Foto: privat

Fühlt sich niemand berufen oder ist die Konkurrenz zu groß? Letzteres heißt es auf Seiten des Dekanats auf die Frage, warum es nur eine Kandidatin in Hohenlohe für den Diözesanrat gibt. Vom heutigen Montag an bis 8. Januar sind in der katholischen Diözese Rottenburg-Stuttgart alle Kirchengemeinderäte aufgerufen, neue Diözesanräte zu wählen. Hohenlohe stellt ein Mitglied im Rat.

Tatsächlich ist Kandidatin Barbara Köppen vor ihrer vierten Amtsperiode ein alter Hase und setzt sich, noch gar nicht amtsmüde, für die Belange der Katholiken ein. Mitglieder können in diesem Gremium die Arbeit in den Kirchengemeinden mitgestalten und über den Haushalt mitbestimmen. Zudem ist der 63-jährigen Ailringerin ein Thema wichtig: „Schon bei meiner ersten Kandidatur hat mich das Thema ’Frauen in der Kirche’ bewegt.“ Derzeit erlebe sie zwar eine Aufbruchstimmung, aber auch viel Enttäuschung, dass sich so viel an der Situation nicht geändert habe. Zu viel werde auch auf Rom geschoben, findet Köppen, gerade was Ämter und Zulassungen angeht. Der hiesige Bischof sei sehr aufgeschlossen. Doch bei anderen Bischöfen sei die Meinung eine ganz andere. Ziel sei es, dass Frauen auch Diakon werden können.

Weiter sei es wichtig, an verschiedenen Schrauben zu drehen. Priester und Klerikale Macht gehörten auch dazu. Sie selbst sitzt noch im Ausschuss zur Sozialen Gerechtigkeit. Weiter stelle sie sich die Frage, „wie wir in Zeiten von Corona unseren Glauben leben und feiern.“

Im Pastoralausschuss sei zudem ein neues Projekt begonnen worden. Ziel sei, Kontakt zu jungen Erwachsenen aufzubauen, die sich von der Kirche distanziert haben, aber denken, dass der Glaube im Leben Orientierung geben kann. Auch beruflich hat Köppen als Schulleiterin am Sonderpädagogischen Bildungs-und Beratungszentrum der Bischof-von-Lipp-Schule in Mulfingen mit jungen Menschen zu tun.

Gewählt wird ab heute bis zum 8. Januar per Briefwahl. Letztlich sitzen rund 110 Mitglieder im Dekanatsrat.

Trotz nur einer Kandidatenauswahl hofft Barbara Köppen auf hohe Wahlbeteiligung. „Man muss sich einfach bewusstmachen, dass es in vielen Dekanaten keinen Rat gibt“, betont sie. Obwohl ihr die Arbeit Spaß macht, wird es wohl die letzte Amtsperiode für die 63-Jährige sein und bei der nächsten Wahl soll sich am besten auch eine Kandidatin finden.

Stefanie Jani, Hohenloher Zeitung, 07.12.20, www.stimme.de